Modellflug

Ergebnisse 2017


Ergebnisliste F5J Wettbewerb MBC Fürth vom 15.06.2017


Ergebnisse 2016


Ergebnisliste F5J Wettbewerb MFG Weilheim vom 10.09.2016


Ergebnisliste F5J Wettbewerb Nürnberg vom 10.07.2016


Ergebnisliste F5J Wettbewerb MV Kulmbach vom 03.07.2016


Ergebnisliste F5J Wettbewerb Aero Club Coburg vom 19.06.2016


Berichte


Die World-Cup Runde 2017 F5J

Nichts für Langschläfer!
F5J World Cup in Kulmbach am 13. und 14. Mai

Samstagmorgen, 7:45 Uhr Piloten Briefing, 8:00 Uhr Start der ersten Wertungsflüge. So stand es auf der Ausschreibung für den ersten deutschen F5J World Cup in diesem Jahr in Kulmbach.

Die Bemühungen von Wettbewerbsleiter Helmut Bauer, diesen sehr ambitionierten Wettbewerbsbeginn einzuhalten, waren zwar nur teilweise von Erfolg gekrönt, aber nach einer ausführlichen Pilotenbesprechung, vor allem zu den von der Aufsichtsbehörde gemachten Auflagen zur Mindesthöhe über den Sicherheitsbereichen, begann der Wettbewerb mit 56 Teilnehmern dann doch halbwegs pünktlich gegen 08:20 Uhr.

World Cups sind Wettbewerbe die, wenn sie gewisse Voraussetzungen erfüllen, bei der FAI angemeldet werden können und die dann zur weltweiten Jahresrunde dieser Klasse gewertet werden. Teilnehmen kann jeder Pilot mit einer gültigen FAI-Lizenz.
Die F5J Wettbewerbe in Deutschland haben im Moment allgemein einen großen Zulauf. In diesem Jahr gibt es in Deutschland vier F5J World Cups und die deutsche Meisterschaft als 2-tägige Veranstaltungen. Diese zählen als Qualifikationswettbewerbe für die Nationalmannschaft und schon kurz nach Öffnung der Anmeldung waren die Meldelisten voll.
Diese 5 Wettbewerbe werden jeweils als gemeinsame Wettbewerbe von DMFV und DAeC veranstaltet. Das ist eine gute Entwicklung im Sinne der Piloten und die Zusammenarbeit in sportlicher Hinsicht verläuft vertrauensvoll und reibungslos.

Über die 2-tägigen Veranstaltungen hinaus gibt es eine Vielzahl von eintägigen Wettbewerben und regionalen Serien, die sich auch sehr gut für Wettbewerbseinsteiger, Jugendliche oder Piloten mit kleinerem Modellbaubudget eignen.
Informationen und Termine finden sich auf den F5J Webseiten von DAeC (http://www.modellflug-im-daec.de/leistungssport/elektrosegelflug/f5j) und DMFV (https://www.dmfv.aero/category/termine/sportreferate/f5j/) .
Dort sind jeweils auch Bildergalerien und Videos zu den Wettbewerben verlinkt.

Während viele Segler-Wettbewerbsklassen mit sinkenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen haben, ist erfreulicherweise bei F5J die gegenteilige Entwicklung zu beobachten. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen:

·         Das Training ist ohne großen Aufwand möglich.
Für F5J braucht man keine Mannschaft und nicht viel Platz. Man kann in aller Ruhe und ganz alleine auf einer kleinen Wiese jederzeit trainieren.

·         Kein großes Budget nötig.
Für den Einstieg reicht ein beliebiger Elektrosegler den fast jeder Modellbauer in seinem Hangar hat. Der fürs F5J-Fliegen nötige Höhenlogger ist nicht teuer. Bei den kleineren Wettbewerben kann man durchaus mit Elapor-Seglern um einen Platz im ersten Drittel kämpfen. Mit den inzwischen verfügbaren Holzbaukästen für F5J Segler kann man die Freuden das klassischen Holzbaus mit ausgezeichneten Flugleistungen kombinieren.
Ambitionierte Piloten fliegen extrem leichte Segler mit 3 bis 4 Metern Spannweite in Schalenbauweise.

·         Große Differenzierung in den Wertungspunkten.
Während manch andere Seglerklassen nur noch reine Landewettbewerbe sind, steht bei F5J das Thermikfliegen im Vordergrund. Jeder Pilot entscheidet selbst, in welcher Ausgangshöhe er seinen 10 Minütigen Flug beginnt. Die Gesamtbewertung eines Fluges ergibt sich aus der Ausgangshöhe, der Flugzeit und den Landepunkten. Bei F5J ist es gelungen, dieses drei Komponenten sehr gerecht auszubalancieren. Der Pilot kann eine Vielzahl von taktischen Entscheidungen treffen. Das Ergebnis ist immer fair und spiegelt die Leistung des Piloten wieder. Durch das gruppenbezogene Fliegen sind die Wettbewerbe auch für die Zuschauer gut nachzuvollziehen und spannend mit anzusehen.

·         Wettbewerbe sind auch auf kleinen Plätzen möglich
Durch den Verzicht auf Winde und Hochstartgummi ist die Austragung eines Wettbewerbes auch auf kleinen Fluggeländen möglich.

·         Entspannte Stimmung in der F5J Gemeinde
Während bei den Flügen verbissen um jede Sekunde Flugzeit und jeden Landepunkt gekämpft wird, ist die Stimmung unter den Piloten abseits des Flugfeldes entspannt und freundschaftlich. Hilfsbereitschaft untereinander ist selbstverständlich. Wer als Neuling oder alleine zu einem Wettbewerb kommt, findet immer einen erfahrenen Piloten, der sich als Helfer zur Verfügung stellt.
Unsere jugendlichen Piloten erfahren große Wertschätzung und Unterstützung. Sie können in vielen Fällen problemlos mit den Senioren mithalten. Bei manchen Wettbewerben gibt es eigene Junioren Fly-Offs


All dies trägt zum Erfolg dieser schönen Wettbewerbsklasse bei.

Aber jetzt zurück zu unserem Wettbewerb in Kulmbach:

Das Wetter war den Vormittag über eine Kombination aus Sonne und Wolken mit wenig Grundwind. Genau das Wetter, das sich Thermiksegler-Piloten wünschen. Da sich anfangs noch keine stabile Thermikentwicklung erkennen ließ, wurden von den Piloten meist mittlere Ausgangshöhen zwischen 100 und 200 Metern gewählt. Der eine oder andere flog allerdings auch in dieser frühen Phase des Wettbewerbes die volle Zeit aus Höhen von weniger als 80 Metern.
Das Gelände in Kulmbach ist abwechslungsreich und groß, steigt aber Richtung Nordosten zu einer kleinen Hügelkette hin an. Dies ließ beim vorherrschenden Wind zwar die Aussicht auf kleine Ablösungen am Hang vermuten, allerdings musste dann beim Rückflug zum Platz gegen den Wind noch genug Sicherheitshöhe über einer querenden Hochspannungsleitung eingeplant werden.
Durch die Sicherheitsauflagen des Luftamtes für den Zuschauerbereich und den Zufahrtsweg und ein zu meidendes Kiebitzbrutgebiet in der Nähe des Landefeldes, war die Planung des Flugweges äußerst anspruchsvoll. Die Wettbewerbsleitung hatte anfangs alle Hände voll zu tun, die Piloten zur Einhaltung aller Auflagen zu ermahnen.
Im Laufe des Tages wurde die thermische Situation verlässlicher und die Piloten wählten immer niedrigere Anfangshöhen. Aus unter 40 Metern Abschalthöhe wurden volle 10 Minuten geflogen. Zwischendurch ergaben sich Phasen großräumigen Sinkens und nicht in jeder Gruppe konnte die volle Rahmenzeit ausgeschöpft werden. Auch gelegentliche Außenlandungen waren zu verzeichnen.
Die Piloten waren aufmerksam und diszipliniert und standen jeweils immer zu Beginn ihrer Rahmenzeit bereit. So konnte zügig Runde um Runde geflogen werden. Im Laufe des Vormittags kam es bei einem Teilnehmer zu Problemen mit der Zeitmessung, so daß die ganze Gruppe einen Reflight fliegen musste. Da sich am Horizont schon eine kleine Gewitterzelle abzeichnete, wurde auf die Mittagspause verzichtet, so daß beim Eintreffen des Regen- und Hagelschauers um 14 Uhr, schon 4 komplette Vorrunden geflogen waren. Die 2 Stunden schlechten Wetters wurden gemütlich bei Kaffee und Kuchen im Gemeinschaftszelt "abgefeiert". danach klarte es wieder auf und es konnten bis zum Abend noch einmal 2 komplette Vorrunden geflogen werden. Hierbei kam es zur einzigen Berührung zweier Flugzeuge in der Luft. Eine weitere ReFlight Gruppe war die Folge und beschloss den ersten Tag des Wettbewerbes. Nachdem wir schon so gut voran gekommen waren, ließ uns die Wettbewerbsleitung am Sonntag etwas länger schlafen und verlegte den Beginn auf von 8:00 Uhr auf 9:00 Uhr. Bei Gyros und Lagerfeuer klang der Abend gemütlich aus.

Pünktlich um 9:00 Uhr am Sonntag ging es weiter und es wurden bis 12 Uhr noch zwei weitere komplette Vorrunden geflogen. Die Wetterverhältnisse waren ähnlich wie am Vortag. Die guten Piloten flogen die volle Zeit aus Höhen von 80 bis 100 Metern. Vereinzelt sogar nur 60 Meter.

Um 12 Uhr standen die 10 Teilnehmer des Fly Offs fest und um 12:30 Uhr  begann der erste der von zwei Durchgängen.
Hier wurde nun richtig hoch gepokert. Die volle Zeit wurde bei beiden Durchgängen aus 30 Metern Ausgangshöhe geflogen. Sehr optimistische Ausschalthöhen von 19 oder sogar nur 8 Metern führten nicht zum Erfolg.
Gewonnen hat bei den Senioren Sebastian Feigl, den zweiten Platz belegte Andre Ziegler und der dritte Platz ging an Hermann Haas.
Bei den Junioren gewann Jan-Niclas Weiss vor Michael Kreß und Friedrich Tharandt.

Die Siegerehrung wurde für den Luftsportverband Bayern von Helmut Bauer und für den DMFV vom Gebietsbeauftragten Gunar Hollmann vorgenommen.

Die Firmen Hoellein, Schambeck und Graupner spendeten Sachpreise und Gutscheine für die Helfer und Zeitnehmer. Die Firma Servorahmen stellte ihre innovative Rahmenzeitanzeige mit Ansage zur Verfügung, die maßgeblich zum flüssigen Wettbewerbsablauf beigetragen hat.
Der Dank der Piloten gilt den Helfern, den Zeitnehmern, der Wettbewerbsleitung, dem ausrichtenden Verein, der uns wieder hervorragend bewirtet und gastfreundlich aufgenommen hat und allen Firmen, die diese gelungene Veranstaltung unterstützt haben.

Die nächsten F5J World Cups warten schon: Brüggen/Schwalmtal am 10. und 11.6 , Osnabrück Mitte Juni und Weilheim im September.


Text von Peter Deivel
Fotos von Gabriele Kislat

 

Hier findet Ihr den Bericht als PDF mit den Bildern.